Brasilien, ein Jahr später – und ein Gedanke, der bleibt

Eine Reise in ein unbekanntes Land macht etwas mit einem. Nicht sofort und nicht messbar. Es sind nicht nur die Orte, die man sieht, sondern die Art, wie man unterwegs denkt. Brasilien war für mich Ende 2024 genau so eine Reise. Drei Wochen raus aus dem Alltag, rein in eine Welt, die größer, lauter, widersprüchlicher und gleichzeitig erstaunlich gelassen ist.

Während der Reise selbst spielt Geld kaum eine Rolle. Es ist da, um Erlebnisse möglich zu machen. Erst im Nachhinein taucht dieser eine Gedanke auf, den wahrscheinlich jeder kennt, der sich irgendwann mit Finanzen beschäftigt: Was wäre eigentlich gewesen, wenn…

Was wäre gewesen, wenn die rund 5.000 Euro, die diese Reise gekostet hat, nicht in Flüge, Unterkünfte und Alltag vor Ort geflossen wären, sondern in eine Investition?

Nicht als moralische Frage. Nicht als Selbstvorwurf. Sondern einfach als Gedankenspiel.

Stellen wir uns vor, genau diesen Betrag hätte ich am 23. Dezember 2024 investiert. Nicht breit gestreut, nicht theoretisch, sondern ganz konkret – in LATAM Airlines Group. Eine Airline, die geografisch und emotional perfekt zu dieser Reise passt.

Ein Jahr ist seitdem vergangen. Erinnerungen an Brasilien sind noch da, aber sie sind leiser geworden. Fotos ersetzen Gerüche, Erzählungen ersetzen Begegnungen. Die Reise ist abgeschlossen.

Das Investment wäre es nicht gewesen.

Die Aktie von LATAM hat sich in diesem Zeitraum stark entwickelt. Wer Ende 2024 eingestiegen ist, hätte nach etwa einem Jahr einen deutlich höheren Depotwert gesehen. Aus den ursprünglichen 5.000 Euro wäre ein Betrag geworden, der nicht nur auffällt, sondern zum Nachdenken anregt. Nicht wegen der exakten Zahl, sondern wegen der Dynamik dahinter.

Und genau hier liegt der eigentliche Punkt dieses Gedankens.

Geld, das ausgegeben wird, erfüllt sofort einen Zweck. Es schafft Erlebnisse, Emotionen, Erinnerungen. Geld, das investiert wird, tut erst einmal scheinbar nichts – arbeitet aber im Hintergrund weiter. Leise, unaufgeregt, oft unspektakulär. Und genau darin liegt seine Kraft.

Diese Gegenüberstellung bedeutet nicht, dass Reisen falsch sind. Im Gegenteil. Sie sind oft das, was uns erdet, inspiriert und neue Perspektiven eröffnet. Aber sie macht sichtbar, dass jede Ausgabe auch eine nicht gewählte Alternative hat.

Finanzielle Bildung beginnt genau an diesem Punkt. Nicht bei Kursen oder Charts, sondern bei Bewusstsein. Bei der Fähigkeit, Entscheidungen einzuordnen, ohne sie zu bereuen. Wer weiß, was möglich gewesen wäre, kann freier entscheiden, wofür er sich bewusst entscheidet.

Vielleicht ist die nächste Reise wieder genauso lang. Vielleicht etwas kürzer. Vielleicht begleitet sie ein Sparplan, der parallel läuft. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Klarheit.

Brasilien war es wert.
Das gedachte Investment wäre es auch gewesen.

Und genau zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das, worum es auf keinplanvonaktien.de geht: nicht um perfekte Entscheidungen, sondern darum, sich bewusst zu werden, dass investieren nicht nur etwas mit Geld zu tun hat.

Disclaimer:
Die in diesem Beitrag genannten Informationen stellen keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Alle Einschätzungen spiegeln ausschließlich meine persönliche Meinung und Erfahrung wider. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden und können zu Verlusten führen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich vor Investitionen eigenständig informieren oder professionellen Rat einholen.


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