Du möchtest mit ETFs starten, bist dir aber unsicher, wie viel Geld sinnvoll ist oder wie häufig du investieren solltest? Genau an diesem Punkt stehen die meisten Anfänger. Die gute Nachricht: Wenn du ein paar Grundprinzipien verstehst, findest du schnell deinen eigenen Rhythmus – realistisch, nachhaltig und passend zu deinem Alltag.
Wie viel sollte man eigentlich in ETFs investieren?
Die richtige Sparrate hängt immer von deiner persönlichen Situation ab. Zuerst spielt deine finanzielle Ausgangslage eine Rolle. Du solltest nur Geld investieren, das du langfristig entbehren kannst. Viele Experten empfehlen, rund zwanzig Prozent des Netto-Einkommens für den Vermögensaufbau zu reservieren – ein Teil davon kann in ETFs fließen. Verdient jemand etwa 2.000 Euro netto, könnten davon 400 Euro für Sparziele und vielleicht 150 bis 200 Euro für ETFs genutzt werden. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um eine Rate, die du dauerhaft durchhalten kannst, ohne unter Druck zu geraten.
Ebenso wichtig ist dein konkretes Anlageziel. Wenn du in zehn Jahren 30.000 Euro erreichen möchtest und von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von sechs Prozent ausgehst, benötigst du ungefähr 180 Euro monatlich. Mit einem ETF-Rechner kannst du dein Ziel leicht „rückwärts planen“ und herausfinden, welcher Sparbetrag notwendig ist. Erst durch solche Berechnungen wird ein abstraktes Ziel plötzlich greifbar.
Dann spielt auch dein Risikoprofil eine Rolle: Wer Kursschwankungen gelassen hinnimmt und langfristig denkt, kann stärker investieren und möglicherweise sogar einen hohen Aktienanteil wählen. Wer nervös wird, sobald die Kurse fallen, startet besser konservativer. Entscheidend ist immer, dass du dich mit deiner Entscheidung wohlfühlst.
Wie oft solltest du in ETFs investieren?
Für die meisten Einsteiger ist ein monatlicher ETF-Sparplan ideal. Er verbindet Kontinuität mit Einfachheit. Sobald du deinen Sparbetrag festgelegt hast, läuft alles automatisch – Monat für Monat wird derselbe Betrag investiert, am besten kurz nach dem Gehaltseingang. Dadurch kommst du gar nicht erst in Versuchung, zu pausieren oder an „perfekten Momenten“ herumzuraten.
Der monatliche Rhythmus glättet deine Einstiegskurse, weil du mal bei niedrigen, mal bei höheren Kursen kaufst. Genau dieser sogenannte Cost-Average-Effekt schützt dich davor, aus Versehen alles zu teuer zu kaufen. Viele Broker bieten Sparpläne bereits ab 25 Euro an – der Einstieg ist also auch mit kleinen Beträgen problemlos möglich.
Einmalanlage oder Sparplan – oder am besten beides?
Wenn du bereits Ersparnisse auf dem Konto hast, stellt sich die Frage, ob du lieber sofort investieren oder den Betrag über mehrere Monate verteilen solltest. Eine Einmalanlage hat den Vorteil, dass dein Startkapital sofort für dich arbeitet – nicht irgendwann, sondern ab dem ersten Tag. Gleichzeitig fühlt sich ein großer Betrag für manche Menschen riskanter an.
Deshalb entscheiden sich viele Einsteiger für eine Kombination: ein Teil als Einmalanlage, der Rest über einen Sparplan. Beispiel: 2.000 Euro sofort investieren und zusätzlich jeden Monat 100 Euro anlegen. So nutzt du die Power des frühen Investierens, bleibst aber durch den laufenden Sparplan flexibel und konstant im Markt.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
Viele Anfänger starten enthusiastisch mit sehr hohen Sparraten, die sich aber im Alltag als zu ehrgeizig herausstellen. Nach ein paar Monaten folgt dann die Ernüchterung – und oft das komplette Abbrechen des Plans. Besser ist eine moderate Rate, die sich über Jahre hinweg realistisch anfühlt.
Ebenso wichtig: Investiere nie dein gesamtes Erspartes ohne Sicherheitsreserve. Ein Notgroschen bleibt immer unangetastet. Genau so wichtig ist Gelassenheit. Kursschwankungen gehören dazu, und wer bei jeder Bewegung panisch reagiert, schadet sich langfristig selbst. ETFs sind dafür gemacht, über viele Jahre gehalten zu werden – nicht von Woche zu Woche.
Fazit: Finde deinen persönlichen ETF-Rhythmus
Die richtige ETF-Sparrate entsteht aus drei Fragen: Wie viel Geld kannst du langfristig entbehren? Welche Ziele möchtest du erreichen? Und welche Schwankungen hältst du mental aus? Die meisten Einsteiger kommen mit einem monatlichen Sparplan zwischen 50 und 200 Euro sehr gut zurecht. Wer bereits Startkapital besitzt, kann dieses gerne durch eine Einmalanlage mitlaufen lassen.
Am Ende zählt nicht der perfekte Zeitpunkt – sondern dass du überhaupt beginnst. ETFs sind ein hervorragendes Werkzeug, um Vermögen aufzubauen. Sie funktionieren am besten, wenn du ihnen Zeit gibst und konsequent bleibst.
Wenn du bereit bist, richte deinen ersten ETF-Sparplan ein. Der Weg zum Vermögensaufbau beginnt nicht mit einem großen Schritt – sondern mit einem kleinen, aber konsequenten.


